Mit der Entscheidung für eine Katze übernehme ich die alleinige Verantwortung für ein Lebewesen, das die nächsten 15 - 20 Jahre auf mich angewiesen ist. Eine Katze ist nicht nur ein nettes, süsses und kuscheliges Katzenbaby, sondern hat einen individuellen Charakter und wird sehr bald erwachsen sein. Darum bitte nicht gleich vom süssen Anblick eines Kittens verleiten lassen, sondern erst einmal ein paar grundlegende Gedanken machen.

Zur Pflege gehört schon einiges, und die eigene Bequemlichkeit steht dabei nicht oben auf der Liste. Der Tagesablauf muss auch für einen Stubentiger geregelt sein, das Katzenklo muss gesäubert werden und pünktlich Futter serviert werden, ob man Lust hat oder nicht. Und Spielen und Schmusen darf auch nicht zu kurz kommen.

Auch der nächste Urlaub kommt bestimmt..........und was ist dann mit dem 4-beinigen Familienmitglied? Ein Hund kann oft mitgenommen werden, aber bei Katzen geht das im Regelfall nicht. Ist also für eine Fütter- und Schmusevertretung während des Urlaubs gesorgt?

Und was ist bei Krankheit? Sind Sie bereit, auch dann lebenslang für das Tierchen zu sorgen, wenn nicht alles so läuft wie gedacht? Niemand kann einem lebenslange Gesundheit garantieren, und wenn die Katze krank wird, werden Sie sie dann trotzdem genauso lieb haben und sich um sie kümmern? Werden Sie regelmässig den Tierarzt besuchen und sinnvolle Behandlungen durchführen, ohne im Kopf eine Kosten/Nutzen-Rechnung anzustellen?

Und denken Sie daran: auch eine Katze wird eines Tages alt. Dann verändern sich ihre Bedürfnisse, sie wird ruhiger und vielleicht auch liebebedürftiger. Genauso kommen dann evtl. Alterwehwehchen,  auch Katzen können z.B. senil oder inkontinent werden, auch die Sinne können nachlassen. Eben wie beim Menwschen auch.... Dann brauchen Sie vielleicht eine zusätzliche Toilette, viel Verständnis und müssen auf die veränderten Bedürfnisse eingehen, z.B. eine weitere Stufe zum Kratzbaum bieten.

Leider wird die Verantwortung manchmal unterschätzt, und dann gibt es einen neuen Fall für´s Tierheim.

Aber ausser der Verantwortung, die man übernimmt, gibt es auch gewisse Eigenschaften des Haustiers Katze. Durch die Anschaffung einer Katze geht man eine Verbindung ein, die länger als so manche Ehe heutzutage hält. Und Katzen sind nicht nur die schönen, eleganten Tiere vom Bildchen, die sich dekorativ auf dem Sofa räkeln, mit Samtpfoten durch die Wohnung schleichen und peinlichst sauber geputzt sind.

Nein, das tägliche Leben mit Katzen sieht anders aus: Verabschieden Sie sich zuerst einmal von dem Gedanken, dass die Wohnung oder das Haus Ihnen gehört. Ab sofort sind Sie nur noch Mitbewohner......aber wie heisst es so schön in der Werbung: wohnst du noch oder lebst du schon?

Gehören Sie zu den Menschen, die sehr viel Wert auf eine klinisch reine Wohnung mit Designerstücken und teuren Einzelstücken legen und Sie lieben noch dazu schicke schwarze Kleidung? Dann lassen Sie es sein, eine Katze passt nicht zu Ihnen! Katzen haben nun einmal Haare, und auch wenn man rund um die Uhr staubsaugt, an den unmöglichsten Orten findet man Katzenhaare. Und Katzen haben nunmal auch Krallen, und was meinen Sie, wie der glänzende neue Parkettboden aussieht, nachdem Ihre Katze ein paar Mal eine Vollbremsung darauf gemacht hat? Raten Sie mal, womit sie bremst......... Und bekommen Sie einen hysterischen Anfall, wenn die vererbte Vase Ihrer Großmutter herunterfällt? 99 mal ist Ihre Katze auf Samtpfoten drum herum gestrichen, beim 100sten Mal fällt sie.......

Das mit den Samtpfoten ist übrigens auch so ein Gerücht: Wenn unsere Katzen ihre "5 Minuten" haben, dann hört sich das an, als wenn eine Herde Dinos durch das Haus tobt. Und das kann durchaus nachts um 2:00 Uhr sein. Sie sollten selber also auch entweder einen gesunden Schlaf haben, oder sich nicht an Schlafunterbrechungen stören. Denn auch auf nächtliche Kuschelattacken musst man eingestellt sein, wenn man nicht von vorneherein das Schlafzimmer zum Sperrgebiet erklärt hat.

Ach ja, und Sie lieben Ostereier-Suchen? Wir haben einmal im Juni unter einem Schrank endlich die ganzen Ostereier gefunden, die Cisco an Ostern geklaut hatte. Was wir immer noch vermissen: ein Flaschenöffner, ein Zippo, diverse Kugelschreiber,.............manche Katzen haben im wahrsten Sinne des Wortes ein "einnehmendes Wesen" :-))

Natürlich kannst man einer Katze viel beibringen, sie wird es auch verstehen. Aber ob sie es dann tut, was man will, das ist eine ganz andere Frage. Eine Katze ist eine Katze ist eine Katze ...... und eben kein Hund! Und andererseits wird sie sich viele Dinge selbst beibringen, und dann tun, wenn sie es will. Sherry hat sich z.B. selbst das Apportieren beigebracht, und kann einen damit bei den spannendsten Filmen nerven. Und das gehört noch zu den harmloseren Talenten. Sie kann nämlich auch Türen öffnen...... Auch wenn wir nur kurz zum Briefkasten gehen, die Haustüre muss abgeschlossen sein, sonst ist sie innerhalb 30 Sekunden offen.

Katzen sind einfach immer wieder für Überraschungen gut, und sie sind ausgeprägte Individualisten. Sie sind durchaus eigenwillig, und gegen manche Erziehungsversuche schlichtweg resistent. Genau das macht für uns den Charme von Katzen aus, auch wenn Katz nicht immer unserer Meinung ist. Aber wer damit nicht leben kann und ein "gehorsameres" Tier möchte, ist mit einer Katze nicht gut beraten.

Aber schön ist es, wenn man heimkommt und begeistert empfangen wird. Erstmal das Begrüßungskomittee kraulen und mit allen Schmusen, und schon ist der anstrengende Arbeitstag ein Stückchen weit weg gerückt. Später dann beim Spielen bringen sie einen mit ihren Kapriolen oft zum Lachen......wer einmal einen Haushalt mit Katzen gewöhnt bist, wird ein Haus ohne sie leer und öde finden. Mit ihnen wird es nie langweilig, denn jeden Tag überraschen sie uns auf´s Neue: mit eingeweichten Spielzeugmäusen im Schuh oder mit liebevollen Schmusern morgens um 5:00 Uhr. Und vielleicht werden sie auch abends beim Fernsehen gnädig das Sofa mit Ihnen teilen...........

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