Züchter nennen kann sich jeder, es gibt keine feste Definition hierfür. Deswegen gibt es auch Züchter mit und ohne Verein.

Für uns gibt es aber einen paar Grundsätze zum Züchten, nach denen es sich von allein ergibt, ob jemand in unserem Sinne Züchter ist oder nicht. Jeder Züchter sollte ein Zuchtziel haben und versuchen, mit seiner Arbeit zur Verbesserung der Rasse beizutragen. Sei es eine schönere Augenfarbe, eine bessere Nasenform, Fellqualität, es gibt viele mögliche Ziele. Und wenn der Züchter zur Verbesserung der Rasse beitragen möchte, kann er dies nur, wenn er einen Stammbaum für seine Tiere hat, denn nur dann können seine erfolgreichen Tiere offiziell ihre Gene innerhalb der anerkannten Rasse weitergeben.

Deswegen gibt es nach unserer Ansicht keinen richtigen Züchter, der nicht in einem Verein ist. Es kann sich dann nur um einen Vermehrer handeln. Und wenn der Vermehrer nicht zur Verbesserung der Rasse beitragen kann, was sind dann seine Ziele? Einmal Kitten haben, weil Kitten doch soooo niedlich sind? Gewinn aus der Vermehrung auf Kosten der Katzen herausschlagen? Wir haben noch keinen Züchter ohne Verein angetroffen, der uns plausibel macht, dass er im Interesse der Rasse und der Katzen handelt, und nicht nur in seinem egoistischen Interesse. Wir ändern diese Meinung gerne, wenn uns jemand ein überzeugendes Argument benennen kann.

Durch die Mitgliedschaft in einem Verein werden dem Züchter auch gewisse Grundregeln auferlegt, die auch dem Schutze des Tieres dienen, z. B. darf eine Zuchtkatze bei den meisten Vereinen nur max. 3 Würfe in 2 Jahren haben. Bietet also ein Züchter Tiere ohne Stammbaum an, und rechtfertigt dies mit dem Preis für den Stammbaum, dann schwindelt er. Der Stammbaum kostet zwischen 20 und 30 Euro, ist also kein Argument dafür. Höchstwahrscheinlich hat er gegen Auflagen seines Vereines verstossen und zu viele Würfe mit dem Tier gemacht, und kann nun keine Papiere beantragen. Sie werden es einfach feststellen können: bieten Sie an, die Kosten für den Stammbaum zu übernehmen. Dann wird sich zeigen, wie der Züchter reagiert......

Ein Züchter mit Verein, der Tiere auch ohne Stammbaum anbietet, ist also eigentlich auch nichts anderes als ein Vermehrer. Es besteht die Gefahr, dass er die Mitgliedschaft in seinem Verein als Deckmäntelchen für seine Seriösität verwendet, sich aber trotzdem nicht an die Richtlinien hält und daher die Tiere ohne Papiere anbietet.

Trotzdem muss man anmerken, dass eine Vereinsmitgliedschaft und ein Stammbaum allein noch keine Garantie dafür sind, dass es sich wirklich um einen seriösen, vertrauenswürdigen Züchter handelt. Vor langer Zeit dachten wir auch einmal, dass dies eine Art "Gütesiegel" ist. Das ist aber weit gefehlt.......es gibt keine fachliche Prüfung für Züchter, er muss keine besonderen Kenntnisse nachweisen, damit er Vereinsmitglied werden kann. Es gibt leider eine grosse Anzahl von Züchtern, besonders in den Moderassen wie Maine Coon und BKH, die ohne Hintergrundwissen über Vererbung und Erbkrankheiten züchten, und ihre Zuchttiere nur nach der Optik auswählen. Auch wenn ein Tier den Championtitel hat: seien Sie sich bewusst, der Titel bezieht sich nur auf die Optik. Bei Ausstellungen wird weder der Stammbaum noch die Gesundheit der Linien bewertet, noch kann ein Preisrichter Erbkrankheiten erkennen.

Um die Spreu vom Weizen zu trennen, müssen Sie trotzdem selbst darauf achten, dass der Züchter auch fachlich eine Ahnung hat und alle Gesundheitstests durchführt. Lesen Sie in unserer Rubrik "Krankheiten" nach, welche Erbkrankheiten auftreten können, und was Sie von einem guten Züchter als Vorsorge erwarten müssen.

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